EO für Dienstleistende

Die Schweizerische Bundesverfassung verpflichtet jeden Schweizer zur Leistung von Militärdienst (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 BV). Durch die im Milizsystem organisierte Schweizer Armee wird dieser Verfassungsauftrag erfüllt. Neben dieser geforderten Leistung von Militärdienst gehen Herr und Frau Schweizer aber auch noch anderen Diensten nach, die der allgemeinen Bevölkerung zugutekommen: dem Schutzdienst, dem Zivildienst, dem Rotkreuzdienst, aber auch Ausbildungen an Veranstaltungen wie kantonalen Leiterkursen der Organisation Jugend+Sport oder des Jungschützenvereins.

Personen, die an diesen Aktivitäten teilnehmen, können während dieser Zeit ihrer regulären Arbeit nicht nachgehen. Die arbeitnehmende Person hat folglich einen Erwerbsausfall – und der Arbeitgeber einen Arbeitsausfall.  

Die Erwerbsersatzordnung (EO) will für dienstpflichtige Personen bzw. Arbeitgeber, die während der Dienstzeit weiterhin den regulären Lohn auszahlen, einen wesentlichen finanziellen Ausgleich schaffen.

Die EO funktioniert als Taggeldsystem. Das bedeutet, dass die Höhe der Leistungen der EO nach der Anzahl der besoldeten Diensttage berechnet wird. Die Anzahl Diensttage entspricht dem zu ersetzenden Erwerbsausfall. Das Erwerbseinkommen des Dienstleistenden wird für die Berechnung der Tagessätze umgerechnet in einen durchschnittlichen Lohn pro Tag.

Die Höhe der Entschädigungen finden Sie im Merkblatt 6.01 - Erwerbsausfallentschädigungen.

Die Leistungen der EO sind aus mehreren Elementen zusammengesetzt. Die Basis bildet die Grundentschädigung. Versicherte haben Anspruch auf die Grundentschädigung – unabhängig von ihrem Zivilstand oder ihrer Erwerbstätigkeit. Für erwerbstätige Dienstleistende beträgt die Grundentschädigung 80 % des durchschnittlichen Einkommens vor dem Eintritt in den Dienst, für Nichterwerbstätige existiert ein Fixbetrag von 62 Franken. Dazu kommen mehrere Arten von Zulagen, die zur Grundentschädigung hinzugerechnet werden. Konkret sind das Kinderzulagen für Versicherte, die Kinder unter 18 Jahren haben oder, falls sich diese in Ausbildung befinden, unter 25 Jahren.

Weiter erhalten Dienstleistende Zulagen für Betreuungskosten, wenn sie mit Kindern unter 16 Jahren in einem gemeinsamen Haushalt leben und aufgrund ihres Dienstes Mehrkosten für die Kinderbetreuung haben. Schliesslich gibt es Betriebszulagen für Dienstleistende, die einen Betrieb führen oder an der Führung eines Betriebs aktiv beteiligt sind.

Die Leistungen der EO kommen auch versicherten Personen zugute, die vor dem Diensteintritt nicht im Berufsleben standen oder gar im Ausland wohnten.