Was sind Ergänzungsleistungen?

Als die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) in der Schweiz im Jahr 1948 eingeführt wurde, glaubte man, die Renten würden reichen, um die Existenz der Bezügerinnen und Bezüger zu decken. Mit der Zeit stellte man fest, dass dem nicht so war. Darum wurden 1966 die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (EL) eingeführt. Sie helfen dort weiter, wo eine reguläre Rente der AHV oder der IV, Leistungen anderer Versicherungen und das private Vermögen nicht die minimalen Lebenskosten decken.

Existenz sichern - Armut verhindern
Die EL sollen also letztlich die Existenz sichern und Armut verhindern. Sie decken die Differenz zwischen den regulären Rentengeldern und jenem Betrag, den die Bezügerinnen und Bezüger zur Existenzerhaltung brauchen. Die EL sind also massgeschneiderte Leistungen, um jeder Rentnerin und jedem Rentner das Grundrecht auf Existenzsicherung individuell zu gewährleisten.

Individuelle Berechnung
Obwohl es offiziell „Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung“ heisst, werden nicht nur Leistungen von diesen beiden Versicherungen in die Berechnung miteinbezogen, sondern auch solche anderer Versicherungen, wie z. B. Renten der Unfallversicherungen oder Pensionskassen. Neben den Versicherungsleistungen werden auch vorhandene Vermögen berücksichtigt. 

Dies bedeutet, dass bei einem Entscheid, ob jemandem EL ausbezahlt wird, nicht nur AHV- und IV-Leistungen berücksichtigt werden, sondern auch Leistungen und Vermögen aus den beiden anderen Säulen. Auch die Leistungen von Sozialversicherungen im Ausland, die die betreffende Person vielleicht bezieht, werden miteingerechnet. Zur frankengenauen Bestimmung einer EL-Rente wird eine Vergleichsrechnung vorgenommen, die dann die individuelle Höhe der Rente ergibt. Zu dieser Rechnung gibt es genaue Vorgaben, die festlegen, welche Einnahmen und welche Ausgaben zur Sicherung einer Existenz nötig sind und welche nicht. Unter Berücksichtigung der individuellen Umstände der Bezügerinnen und Bezüger wird dann ein genauso individueller Betrag an EL ausbezahlt, um die Lücke zu füllen.

Finanzierung
Anders als die AHV und die IV, die über speziell dafür vorgesehene Beiträge finanziert werden, werden die Ausgaben für die EL mit Steuergeldern finanziert. 70 Prozent der EL-Ausgaben werden von den Kantonen bezahlt, der Bund übernimmt 30 Prozent.