Häufige Fragen

Bleibt der AHV/IV-Versicherungsschutz bei Auslandaufenthalt bestehen?

Kurzer Auslandaufenthalt zu Studien- und Reisezwecken

Personen, die sich für kürzere Zeit ins Ausland zu Studien- und Reisezwecken (z. B. Weltenbummler) begeben, haben nicht die Absicht dauernden Verbleibens oder Wohnsitz im Ausland. Sie bleiben daher obligatorisch versichert und haben ihre Beiträge der kantonalen Ausgleichskasse zu entrichten.

Bei einer Wohnsitznahme im Ausland ist man bei der AHV/IV grundsätzlich nicht mehr versichert. Anders ist es, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber ins Ausland entsandt werden: Wenn Ihr Arbeitgeber Sie für eine Tätigkeit vorübergehend (d.h. bis maximal sechs Jahre) in ein Land entsendet, mit welchem die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat bzw. welches zur EU oder EFTA gehört, bleiben Sie bei der AHV/IV/EO und ALV versichert und sind von der ausländischen Versicherung befreit.

Der Arbeitgeber muss sich bei der Ausgleichskasse oder beim Unfallversicherer eine Entsandtenbescheinigung beschaffen. Dieses Dokument ist der zuständigen Versicherungseinrichtung des betreffenden Landes vorzuweisen, damit man von der ausländischen Versicherung befreit wird.

Wo kann man sich informieren, wenn man für längere Zeit ins Ausland geht?

Bitte melden Sie sich bei der kantonalen Ausgleichskasse bzw. bei der Gemeindeausgleichskasse an Ihrem Wohnsitz. Weiterführende Informationen zur Wohnsitzverlegung ins Ausland finden Sie in den Merkblättern „Arbeitnehmende im Ausland“ und „freiwillige Versicherung“.

Wer kann der freiwilligen AHV/IV für Personen im Ausland beitreten?

Schweizer, EU- und EFTA-Bürger, welche die Schweiz verlassen und deswegen aus der obligatorischen Versicherung ausscheiden, können sich der freiwilligen Versicherung anschliessen, wenn sie ihren Wohnsitz ausserhalb eines EU- oder EFTA-Staates haben. Für die Beiträge und Leistungen gelten in der freiwilligen und obligatorischen Versicherung grundsätzlich die gleichen Regeln. Daher ist es den Versicherten nicht möglich, die Höhe der Beiträge selbst zu bestimmen.

Die Person muss unmittelbar vor dem Austritt während fünf Jahren ununterbrochen bei der AHV versichert gewesen sein. Es ist nicht erforderlich, während fünf Jahren Beiträge geleistet zu haben. Bei Minderjährigen und nichterwerbstätigen verheirateten Personen, die von der Beitragspflicht ausgenommen sind, gelten die Wohnsitzjahre in der Schweiz als Versicherungsjahre.

Der Beitritt ist individuell und ist demzufolge, bei einem im Ausland lebenden Ehepaar, von jeder Person persönlich zu erklären.

Das Beitrittsformular kann bei der Schweizerischen Ausgleichskasse oder bei der schweizerischen Vertretung im Ausland (Botschaft, Generalkonsulat oder Konsulat), welche für das Gebiet zuständig ist, bezogen werden. Der Beitritt zur freiwilligen AHV/IV befreit indessen nicht von der Beitragszahlung im Beschäftigungsland.

Was geschieht mit den Beiträgen, wenn jemand in einen Mitgliedstaat der EU, der EFTA oder in einen andern Staat, mit welchem die Schweiz ein Abkommen abgeschlossen hat, zieht?

Die Beiträge an die AHV/IV werden weder zurückbezahlt noch an die Versicherung im Wohnstaat überwiesen. Diese Beiträge bleiben bis zu einem Anspruch auf Geldleistungen der AHV oder IV in der Versicherung und bilden die Grundlage für die Rentenberechnung. Werden die Voraussetzungen erfüllt, zahlt jeder betroffene Staat eine Teilrente aus. Die Rentenanmeldung muss nur im Wohnstaat erfolgen. Die Sozialversicherung des Wohnstaates ruft die Teilrenten in den anderen Staaten ab.

Was geschieht mit den Beiträgen, wenn jemand in einem Nichtvertragsstaat wohnhaft wird?

Im Ausland wohnhaften Angehörigen von Nichtvertragsstaaten können auf Gesuch hin die AHV-Beiträge zinslos rückvergütet werden, wenn sie die Schweiz definitiv verlassen. Voraussetzung für jede Beitragsrückvergütung ist, dass die Beiträge während mindestens eines vollen Jahres entrichtet wurden.

Falls eine Person in mehreren Staaten mit Sozialversicherungsabkommen (CH, EU) gearbeitet hat, welches Land zahlt die Altersrente aus?

Eine Person, die in mehreren Staaten gearbeitet hat, erhält im Alter oder bei Invalidität (bzw. bei Tod der versicherten Person ihre Hinterlassenen) je eine Teilrente von jedem der Arbeitsländer. Voraussetzung ist, dass die Mindestversicherungszeit des jeweiligen Staates erfüllt ist; dafür werden aber nötigenfalls die Versicherungszeiten aller Staaten berücksichtigt. Anspruch auf schweizerische AHV-Renten besteht, wenn die schweizerische Mindestbeitragsdauer (ein Jahr) und die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

Innerhalb des Gebiets Schweiz/EU müssen die Renten in jedes beliebige Wohnland bezahlt werden. Die Schweiz zahlt ihre Renten zumeist auch in Drittstaaten.

Wer gilt als Arbeitgeber?

Als beitragspflichtiger Arbeitgeber gilt, wer obligatorisch versicherten Personen Arbeitsentgelte ausrichtet bzw. eine Betriebsstätte hat. Das können natürliche und juristische Personen, wie auch Verwaltungsbetriebe, öffentliche Anstalten usw. sein. Als Betriebsstätten gelten insbesondere Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Verkaufsstellen, ständige Vertretungen sowie Bau- und Montagestellen. Zu den beitragspflichtigen Personen gehören auch freie Mitarbeiter, Au-Pair-Mädchen, Hausangestellte, Praktikanten, kurzfristige Aushilfen sowie Wasch- und Putzpersonal.

Welche Beiträge schuldet der Arbeitgeber?

Der Anschluss an eine AHV-Ausgleichskasse ist für Arbeitgebende obligatorisch, um die AHV/IV/EO-Beiträge der Angestellten abzurechnen. Der Arbeitgeber hat auf allen ausbezahlten Löhnen die Hälfte der geschuldeten Beiträge zu übernehmen. Er zieht die Hälfte des Beitrags (5,125 %) vom Lohn der Arbeitnehmer ab und überweist diesen zusammen mit seinem Anteil (ebenfalls 5,125 %) an die Ausgleichskasse. Zu diesen 10,25 % kommt noch der Beitrag an die Arbeitslosenversicherung hinzu.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Nach gesetzlicher Ordnung hat der Arbeitgeber (gilt auch für Hausdienstarbeitgeber) bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit seinen Beiträgen der Ausgleichskasse periodisch zu entrichten. Bei einem Versicherten, der gleichzeitig mehrere Tätigkeiten ausübt, ist jedes Erwerbseinkommen dahingehend zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt. Es ist durchaus möglich, dass ein Versicherter gleichzeitig für die eine Firma als Arbeitnehmer und für die andere als Selbständigerwerbender gilt.

Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeitenden innert eines Monats nach Stellenantritt bei ihrer Ausgleichskasse anmelden.

Welche Pflichten hat der in einem EU-Mitgliedstaat niedergelassene Arbeitgeber?

Ausländische Arbeitgebende von Personen, die aufgrund der EU-/EFTA-Bestimmungen in der AHV versichert sind, sind grundsätzlich in der Schweiz beitrags- und abrechnungspflichtig. Sie können aber mit den Arbeitnehmenden vereinbaren, dass diese die Beiträge selbst abrechnen. Die Arbeitgebenden haben den Arbeitnehmenden zusätzlich zum Lohn ihren Arbeitgeberanteil auszuzahlen. Die entsprechende Vereinbarung ist der Anmeldung beizulegen.

Welche Beiträge müssen Arbeitnehmer entrichten?

Arbeitnehmer entrichten zusammen mit ihrem Arbeitgeber Beiträge von 10,25 % (hälftig je 5,125 %) ihres Erwerbseinkommens bzw. auf dem massgebenden Lohn an die AHV, IV und EO. Hinzu kommen die auf einen Höchstbetrag begrenzten Beiträge an die Arbeitslosenversicherung (ALV). Bis zu einer Grenze von 148'200 Franken beträgt der Beitragssatz 2,2 % des massgebenden Jahreslohnes. Für Lohnteile über 148'200 Franken beträgt der Beitragssatz an die ALV 1 %.

Die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen werden vom Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung abgezogen und zusammen mit dem Beitrag des Arbeitgebers an die Ausgleichskasse überwiesen.

Wie werden die Lohnbeiträge erhoben (normales- oder vereinfachtes Abrechnungsverfahren)?

a) normales Abrechnungsverfahren

Die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen werden vom Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung abgezogen und zusammen mit dem Beitrag des Arbeitgebers an die Ausgleichskasse überwiesen. Wer selbständigerwerbend ist, rechnet direkt mit der Ausgleichskasse ab. Grundlage der Beiträge bildet hier das Einkommen gemäss Veranlagung zur direkten Bundessteuer. Ob jemand im Sinne der AHV selbständig erwerbend ist, entscheidet die Ausgleichskasse.

b) vereinfachtes Abrechungsverfahren                                                                

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren ist für kurzfristige oder für im Umfang geringe Arbeitsverhältnisse gedacht (der einzelne Lohn pro Arbeitnehmer darf pro Jahr 21'150 Franken nicht übersteigen), wie sie zum Beispiel in Privathaushalten regelmässig vorkommen. Die Abrechnung und der Bezug der Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV/Familienzulagen) erfolgen nur einmal pro Jahr.

Wie werden die AHV-Beiträge erhoben, wenn der Arbeitgeber nicht beitragspflichtig ist (ANOBAG)?

Arbeitnehmende, deren Arbeitgebende nicht beitragspflichtig sind (gewisse internationale Organisationen, Vertretungen ausländischer Staaten wie Botschaften und Konsulate) bezahlen ihre Beiträge selbst. Zwecks Erfassung und weiteren Abklärungen melden sich die betroffenen Arbeitnehmer, bei der kantonalen Ausgleichskasse an ihrem Wohnort oder bei der örtlichen AHV-Zweigstelle.

Arbeitnehmende ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber schulden die Beiträge wie Arbeitgeber (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil), d. h. zu einem Satz von 10,25 % (AHV/IV/EO). Hinzu kommen noch Beiträge an die Arbeitslosenversicherung und Verwaltungskostenbeiträge.

Wen anerkennt die AHV als selbständigerwerbend?

Wer sein eigenes wirtschaftliches Risiko trägt d.h. bedeutende Investitionen für berufliche Zwecke tätigt, über eigene Geschäftsräume verfügt, Personal beschäftigt, eigene Aufträge beschafft, die Unkosten und das Inkassorisiko trägt, wird bei der AHV als selbständigerwerbend anerkannt. Weiter muss die Arbeit frei und unabhängig organisiert werden. Wer glaubt, die genannten Voraussetzungen zu erfüllen, hat bei der AHV-Ausgleichskasse des Kantons, in dem sich das Unternehmen befindet, ein Beitrittsformular auszufüllen. Wer einem Berufsverband angehört, muss dies bei dessen Ausgleichskasse tun.

Wer die Bedingungen erfüllt, wird von der Ausgleichskasse als Selbständigerwerbender anerkannt. Die persönlichen Beiträge werden mit einer Verfügung festgesetzt. Wird jemand nicht als Selbständigerwerbender aufgenommen, erlässt die Ausgleichskasse eine Beitragsverfügung, welche angefochten werden kann.

Personen, die im Sinne der AHV als selbständigerwerbend gelten, sind nicht gegen Arbeitslosigkeit und nicht obligatorisch gegen Unfall versichert. Zudem fallen sie nicht unter das Obligatorium der beruflichen Vorsorge.

Wie werden AHV-Beiträge für Selbständigerwerbende berechnet?

Die Beiträge werden auf dem reinen Erwerbseinkommen des laufenden Jahres nach der letzten Steuerveranlagung für die direkte Bundessteuer berechnet. Wenn Kalenderjahr und Geschäftsjahr nicht identisch sind, gilt das Einkommen als in dem Jahr erzielt, in dem das Ende des Geschäftsjahres liegt.

Der Beitragssatz beträgt für die AHV/IV/EO 9,65 %. Für Jahreseinkommen zwischen 9‘400 und 56‘400 Franken gelten reduzierte Beitragssätze. Bei Jahreseinkommen unter 9‘400 Franken wird der Mindestbeitrag von 478 Franken jährlich geschuldet (Stand Januar 2017).

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