Häufige Fragen

Bekommt man wenn man das AHV-Alter erreicht, im Folgemonat automatisch die Altersrente ausbezahlt?

Nein. Wer seine Altersrente beziehen möchte, muss den Anspruch bei der Ausgleichskasse anmelden. Es wird empfohlen, die Anmeldung drei bis vier Monate vor dem Erreichen des Rentenalters einzureichen. Ohne schriftliche Anmeldung können die Ausgleichskassen keine Leistungen berechnen und auszahlen. Die Anmeldeformulare sind bei jeder Ausgleichskasse und ihren Zweigstellen erhältlich.

Wo muss ein Gesuch auf eine AHV-Leistung eingereicht werden?

Die Anmeldung zum Bezug einer Alters- oder Hinterlassenenrente muss bei derjenigen Ausgleichskasse eingereicht werden, an die zuletzt AHV-Beiträge überwiesen worden sind.

--> Informationen für Antragsteller mit Wohnsitz im Ausland

Wie wird eine AHV-Rente berechnet?

Die Rentenberechnung ist abhängig von der Beitragsdauer und von den Erwerbseinkommen, auf welche die Beiträge erhoben wurden. Für alle Versicherte, die Beiträge an die AHV entrichten, wird ein sogenanntes individuelles Konto (IK) geführt, welches die in der Schweiz erzielten Erwerbseinkommen erfasst.

Müssen noch Beiträge bezahlt werden, wenn man vorzeitig pensioniert wird?

Alle Personen sind bis zum Erreichen des AHV-Rentenalters (Frauen 64 / Männer 65) beitragspflichtig. Vorzeitig Pensionierte entrichten ihre Beiträge als Nichterwerbstätige aufgrund ihres Vermögens und Renteneinkommens. Bei Verheirateten müssen beide Ehegatten die Beitragspflicht erfüllen. Sofern einer der Ehegatten als Erwerbstätiger Beiträge von mindestens 956 Franken im Jahr bezahlt, ist der andere Ehegatte von der Beitragspflicht befreit.

Müssen noch Beiträge bezahlt werden, wenn die AHV-Rente vorbezogen wird?

Die Beitragspflicht besteht auch bei Vorbezug der AHV-Rente. Diese Beiträge haben aber keinen Einfluss mehr auf die Rente.

Der Freibetrag für Altersrentner kann erst vom Kalendermonat an vorgenommen werden, welcher der Vollendung des 64. bzw. des 65. Altersjahres folgt.

 

Müssen Erwerbstätige nach Vollendung des AHV-Rentenalters noch Beiträge bezahlen?

Personen im AHV-Rentenalter (Frauen ab dem 64. und Männer ab dem 65. Altersjahr), müssen weiterhin Beiträge bezahlen, wenn sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Für sie existiert ein Freibetrag, auf dem keine Beiträge zu entrichten sind. Der Freibetrag beträgt gegenwärtig 1'400 Franken im Monat oder 16'800 Franken im Kalenderjahr (Stand Januar 2017). Diese Beiträge haben aber keinen Einfluss mehr auf die Rente.

Können freiwillig Beiträge bezahlt werden, um später bessere Leistungen zu erhalten?

Nach den geltenden Bestimmungen ist es Versicherten nicht möglich, freiwillig Beiträge zu entrichten, um bessere Leistungen in Form von Renten zu erlangen. Die gesetzlichen Grundlagen bestimmen, dass Versicherte nur die von den AHV-Durchführungsorganen verfügten und geschuldeten Beiträge entrichten können.

Müssen Beiträge bezahlt werden, wenn man eine IV-Rente oder ein IV-Taggeld bezieht?

Bezüger einer IV-Rente bleiben selbst dann beitragspflichtig, wenn sie keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben können. Sie schulden die Beiträge als Nichterwerbstätige und haben sich zwecks Erfassung bei der kantonalen Ausgleichskasse oder deren Gemeindezweigstelle am Wohnort zu melden.

Bei den IV-Taggeldern ziehen die auszahlenden Stellen die Hälfte des AHV-Beitrages vom Taggeld ab und überweisen ihn zusammen mit ihrem Anteil an die Ausgleichskasse. Der Beitragssatz ist gleich hoch wie bei einem "normalen" Angestelltenverhältnis. Aufgrund dieser Regelung sind während der Bezugszeit von Taggeldern keine Beitragslücken zu befürchten.

Besteht kein Anspruch mehr auf ein Taggeld, müssen sich die Betroffenen zwecks Erfassung als Nichterwerbstätige bei der kantonalen Ausgleichskasse oder deren Gemeindezweigstelle am Wohnort melden.

 

Können Beiträge für frühere Zeiten nachbezahlt werden?

Personen, die in der fraglichen Zeit versichert waren (Wohnsitz oder Erwerbstätigkeit in der Schweiz), können nur innerhalb von fünf Jahren Beiträge nachbezahlen. Wenn die AHV bei der Rentenberechnung feststellt, dass Beitragsjahre fehlen, bezieht sie aber zunächst die sogenannten "Jugendjahre" mit ein. Das sind allfällige vor dem 20. Altersjahr einbezahlte Beiträge. Für Beitragslücken vor dem Jahre 1979 erhalten die Versicherten ferner je nach Beitragszeit ein bis drei Beitragsjahre "geschenkt". Dies deshalb, weil seither der Berechnungsmodus verschärft worden ist; Beitragslücken machen sich jetzt stärker negativ bemerkbar.

Wer ist bei der AHV/IV obligatorisch versichert?

Die ganze Schweizer Bevölkerung.

Grundsätzlich ist jede Person, die in der Schweiz ihren Wohnsitz hat oder hier eine Erwerbstätigkeit ausübt, versichert. Abweichende Regeln können sich aus dem EU-Recht oder aus Sozialversicherungsabkommen ergeben.

Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung, welche keine Erwerbstätigkeit ausüben, sind vom Zeitpunkt der Wohnsitznahme an in der AHV/IV/EO versichert. Die Beiträge sind allerdings erst dann festzusetzen, wenn diese Personen als Flüchtlinge anerkannt wurden, eine Aufenthaltsbewilligung erhalten oder Anspruch auf Leistungen der AHV/IV haben.

 

Wer ist beitragspflichtig und wie lange dauert die Beitragspflicht?

Erwerbstätige sind ab dem 1. Januar nach Vollendung ihres 17. Altersjahrs beitragspflichtig.

Nichterwerbstätige müssen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahrs Beiträge an die AHV, IV und EO entrichten.

Die Beitragspflicht endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht ist und die Erwerbstätigkeit aufgegeben wird. Für Männer liegt das ordentliche Rentenalter bei 65 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren (Stand Januar 2017).

Personen im AHV-Rentenalter müssen weiterhin Beiträge bezahlen, wenn sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Für sie existiert ein Freibetrag, auf dem keine Beiträge zu entrichten sind. Der Freibetrag beträgt gegenwärtig 1'400 Franken im Monat oder 16'800 Franken im Kalenderjahr (Stand Januar 2017).

Einzige Ausnahme bilden die minderjährigen Kinder. Sie sind zwar versichert und leistungsberechtigt (Kinder- und Waisenrenten), brauchen aber keine Beiträge zu bezahlen.

Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten werden in Prozenten des Einkommens aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit festgesetzt. Die Beiträge der Nichterwerbstätigen bemessen sich aufgrund ihres Vermögens und jährlichen Renteneinkommens.

Beitragspflichtig sind auch Ehegatten ohne Erwerbseinkommen. Ihr Beitrag gilt allerdings dann als bezahlt, wenn der erwerbstätige Ehepartner auf seinem Einkommen mindestens den doppelten Mindestbeitrag von 956 Franken an die AHV entrichtet (Stand Januar 2017). Das Gleiche gilt für Versicherte, die im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, ohne einen Barlohn zu beziehen.

Ab welchem Einkommen müssen AHV-Beiträge bezahlt werden?

Grundsätzlich sind alle Erwerbseinkommen beitragspflichtig, auch gelegentliche Dienste (z. B. Löhne für Aushilfen) oder Bagatelllöhne.

Bei Entgelten, die 2'300 Franken im Jahr nicht übersteigen (Stand Januar 2017), werden die Beiträge nur auf Verlangen des Beitragspflichtigen erhoben. Übersteigt das Entgelt diesen Grenzbetrag, so ist der Beitrag auf dem vollen Entgelt zu entrichten.

Für die im Privathaushalt beschäftigten Personen müssen die Beiträge in jedem Fall - ungeachtet der Einkommenshöhe - entrichtet werden (Reinigungs-, Haushalts- sowie Betreuungstätigkeiten). Dasselbe gilt auch für den Lohn der Personen, die von Tanz- und Theaterproduzenten, Orchestern, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie von Schulen im künstlerischen Bereich beschäftigt werden.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt eine neue Regelung für geringfügiges Einkommen (sogenannte "Sackgeldjobs") von jungen Erwachsenen im Privathaushalt. Der massgebende Lohn von in Privathaushalten beschäftigten Personen unterliegt nicht der Beitragspflicht, wenn sie diesen bis zum 31. Dezember des Jahres erzielen, in dem sie das 25. Altersjahr vollenden und dieser je Arbeitgeber den Betrag von 750 Franken im Kalenderjahr nicht übersteigt.

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